Eine Rose kann mehr sein als eine schöne Blume. Manchmal trägt sie einen Namen, der neugierig macht. Emily Brontë von David Austin ist eine solche Rose. Hinter ihren zartrosa Blüten verbirgt sich die Geschichte einer englischen Schriftstellerin, einer stürmischen Landschaft und eines Buches, das auch fast zwei Jahrhunderte später noch gelesen wird.
Bei Belle Epoque erzählen wir gerne von solchen Rosen. Denn wenn man die Geschichte hinter einem Namen kennt, bekommt eine Rose im eigenen Garten etwas Besonderes.
Wer war Emily Brontë?
Emily Brontë wuchs in Haworth auf, einem Dorf in West Yorkshire im Norden Englands. Zusammen mit ihren Schwestern Charlotte und Anne lebte sie im Pfarrhaus, ganz in der Nähe weitläufiger Heidelandschaften. Alle drei wurden Schriftstellerinnen.
Stell dir eine Landschaft mit sanften Hügeln, schmalen Wegen und einem Wind vor, der von kaum einem Baum gebremst wird. Diese Landschaft spielte eine wichtige Rolle in Emilys Vorstellungskraft. Sie wurde zum Schauplatz ihres Romans Wuthering Heights, der 1847 erschien und auf Deutsch als Sturmhöhe bekannt ist.
Emily starb ein Jahr später im Alter von dreißig Jahren. Sie schrieb nur einen Roman, doch dieser machte ihren Namen weltberühmt.
Wo liegen die Sturmhöhen?
Wuthering Heights ist kein Dorf und kein Gebirge. Es ist der Name eines fiktiven Hauses im Buch, an einem abgelegenen Ort in der Heidelandschaft von Yorkshire. Das Wort „wuthering“ verweist auf das Heulen des Windes rund um einen solchen ungeschützten Ort.
Das Haus ist erfunden, aber die Landschaft kann man besuchen. Rund um Haworth wandert man noch immer durch die Heide, in der die Brontë-Schwestern gerne unterwegs waren. Die Ruine von Top Withins wird häufig als mögliche Inspiration für das Haus genannt. Ob das tatsächlich so ist, steht nicht fest, doch die Umgebung vermittelt die Atmosphäre des Buches auf eindrucksvolle Weise.
Eine Liebe, die alles auf den Kopf stellt
Die Geschichte dreht sich um Catherine Earnshaw und Heathcliff. Als Kind wird Heathcliff in die Familie Earnshaw aufgenommen. Er und Catherine wachsen gemeinsam auf und entwickeln eine intensive Verbindung, doch Unterschiede in Herkunft und gesellschaftlicher Stellung stehen ihrem Glück im Weg.
Catherine entscheidet sich schließlich für eine Heirat mit dem wohlhabenden Edgar Linton. Heathcliff fühlt sich verraten. Seine Trauer verwandelt sich in Verbitterung und Rache, mit Folgen für beide Familien und ihre Kinder.
Es ist also eine düstere und bewegende Geschichte, in der Liebe, Stolz und Verlust ineinanderfließen. Die ungestüme Natur verstärkt diese Stimmung: Draußen pfeift der Wind über die Heide, drinnen sind die Gefühle mindestens ebenso stürmisch.
Von der Schriftstellerin zur David-Austin-Rose
Im Jahr 2018, zweihundert Jahre nach Emilys Geburt, führte David Austin die Rose „Emily Brontë“ ein. Der Name wurde auf Wunsch der Brontë Society gewählt.
Eine schöne Hommage: Ihr Name lebt auf Bücherregalen und zwischen den Blumen weiter. Die Rose ist keine historische Sorte aus Emilys eigener Zeit, sondern eine moderne englische Strauchrose.
Zartrosa Blüten mit warmem Herzen
Die Blüten von „Emily Brontë“ wirken ausgesprochen zart. Sie öffnen sich zu üppig gefüllten, eher flachen Rosetten mit zartrosa äußeren Blütenblättern und warmen Aprikosentönen in der Mitte. Mit zunehmendem Alter verblassen die Farben in Richtung Creme.
Da sich nicht alle Blüten gleichzeitig öffnen, sieht man verschiedene Farbtöne nebeneinander. Das verleiht dem Strauch eine lebendige, natürliche Ausstrahlung. Zwischen luftigen Ziergräsern, Katzenminze oder Salbei kommen die üppigen Blüten besonders schön zur Geltung.
Eine Rose, an der man gerne schnuppert
Auch ihr intensiver Duft macht sie besonders. David Austin beschreibt einen Teeduft, der sich in Richtung alter Rosen entwickelt, mit Noten von Zitrone und Grapefruit.
Gib ihr deshalb einen Platz, an dem du häufig vorbeikommst. Auf der Terrasse, neben einem Gartenweg oder in der Nähe eines Sitzplatzes. So kannst du nicht nur die Blüten betrachten, sondern auch kurz stehen bleiben und an ihnen schnuppern.
Ein Platz für Emily Brontë in deinem Garten
„Emily Brontë“ entwickelt sich zu einem buschigen, aufrecht wachsenden Strauch von etwa 125 Zentimetern Höhe und 110 Zentimetern Breite. Sie blüht in mehreren Schüben und passt schön in eine gemischte Rabatte, ein Rosenbeet oder einen großen Topf.
Ein sonniger Platz oder lichter Halbschatten ist geeignet. Gib ihr ausreichend Raum, damit ihre Form und ihre Blüten gut zur Geltung kommen.
Bei Belle Epoque findest du Emily Brontë zwischen unseren englischen Rosen von David Austin. Eine schöne Wahl für alle, die sanfte Farben, duftende Blüten und eine Geschichte hinter der Rose lieben.
Vielleicht denkst du später, wenn sich ihre ersten Blüten öffnen, kurz an jene ferne englische Heide. An eine junge Schriftstellerin, die dort ihre Inspiration fand. Und daran, wie ihr Name so viele Jahre später einfach in deinem Garten weiterblüht.


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