Belle Époque · Rosenzucht Aalsmeer
Rosenzuchtpflege
Alles, was Sie brauchen, um Ihre Rosen richtig zu pflanzen, zu schneiden und zu pflegen – von Züchtern, die es selbst machen.
Eine Rose steht nicht für sich allein, sondern ist Teil des Lebens in deinem Garten. Biodiversität schützt auf natürliche Weise vor Krankheiten. Gesunde, starke Pflanzen sind widerstandsfähiger. Ein sauberer Garten verhindert die Ausbreitung von Infektionen. Rosen erfordern Geduld – eine ausgewachsene Pflanze braucht in der Regel 2 bis 3 Jahre, um ihre volle Kraft zu entfalten.
Pflanzenführer
Rosen pflanzen
Der richtige Zeitpunkt und die richtige Technik machen den Unterschied zwischen einer Pflanze, die kämpft, und einer Rose, die blüht.
Rosen mit nackter Wurzel
November bis Februar · bevorzugt: Herbst
- Legen Sie die Wurzeln direkt nach dem Eintreffen kurz in kaltes Wasser (30–60 Min.).
- Graben Sie ein großzügiges Pflanzloch — die Wurzeln dürfen nicht umgebogen werden.
- Pflanzen Sie so tief, dass der Okulationspunkt 5 cm unter der Erde liegt.
- Fügen Sie 3–4 Handvoll Gartenerde hinzu und mischen Sie sie locker.
- Drücken Sie die Erde fest um die Wurzeln — keine Lufttaschen.
- Gießen Sie nach dem Pflanzen reichlich.
Rosen im Topf
Das ganze Jahr · nicht bei Frost
- Graben Sie ein Pflanzloch von mindestens 50 × 50 cm.
- Verbessern Sie den Boden mit Rosen- oder Blumenerde.
- Entfernen Sie den Topf vorsichtig – schneiden Sie die Seiten ein, wenn der Wurzelballen festklebt.
- Setzen Sie die Pflanze auf die Veredelungsstelle (5 cm unter der Erde).
- Füllen Sie auf, drücken Sie fest an und gießen Sie.
Schnittanleitung
Schneiden fördert das Blühen
Jede Rosensorte erfordert eine eigene Vorgehensweise. Schneiden Sie immer schräg, direkt über einem nach außen gerichteten Auge.
Strauchrosen — Frühjahrsschnitt (Mitte März)
- Entfernen Sie dünne, kranke oder abgestorbene Zweige vollständig.
- Behalten Sie 3 starke Haupttriebe — schneiden Sie sie auf 10–15 cm über dem Boden zurück.
- Schneiden Sie immer schräg, direkt über einem nach außen gerichteten Auge.
- Teehybriden: Rückschnitt auf ⅓ der ursprünglichen Höhe.
- Floribunda: Rückschnitt auf ½ der Höhe.
- Englische Rosen & Rugosa: Rückschnitt auf ⅓ der Höhe.
Kletterrosen
- Entfernen Sie tote, beschädigte oder sich kreuzende Zweige.
- Schneiden Sie Seitentriebe auf ca. 30 cm über dem Boden zurück.
- Lassen Sie starke, junge Triebe für die nächste Blüte stehen.
- Binden Sie lose Zweige an die Stütze — vorzugsweise horizontal für mehr Blüten.
Ramblers (einmal blühend)
- Schneiden Sie nach der Sommerblüte — nicht im Frühjahr.
- Kürzen Sie die Haupttriebe auf die Hälfte.
- Entfernen Sie bodennahe Triebe, die den Boden berühren.
Sommerpflege — nach jeder Blüte
Entfernen Sie verblühte Blüten bis knapp unter das erste Fünfblatt-Achselblatt. Dies regt neue Knospen an und hält die Pflanze in Blüte. Gilt für alle Dauerblüher.
Herbstschnitt — Frostvorbereitung
- Schneiden Sie zurück bis auf Knietiefe (ca. 40–50 cm).
- Decken Sie den Okulationspunkt mit mindestens 15 cm lockerer Erde oder Laubkompost ab.
- Entfernen Sie den Schutz im frühen Frühjahr bei der Frühjahrsschnittpflege.
Häufige Fehler
Top 10 Pflanzfehler
Vermeide diese Fallstricke und deine Rosen erledigen den Rest.
Wurzeln nicht eingeweicht
Pflanzen Sie Kahlwurzelrosen direkt nach dem Eintreffen 30–60 Minuten in kaltes Wasser. Ausgetrocknete Wurzeln sind schwer zu regenerieren.
Falscher Standort
Rosen benötigen mindestens 5 Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag und eine gute Luftzirkulation. Schatten = schwache Pflanze und mehr Schimmel.
Zu flach gepflanzt
Der Okulationspunkt (die Verdickung am unteren Stammende) muss 5 cm unter der Erde liegen. Zu flach gepflanzt = frostempfindlich und Wildtriebe.
Pflanzloch befeuchtet
Tu das nicht – nasser Boden haftet nicht gut an den Wurzeln. Gieße erst nach dem Pflanzen großzügig.
Hohe Bodendichte
Halten Sie den Boden um die Pflanze locker – lockeres Harken fördert die Wasseraufnahme und das Wurzelwachstum.
Nicht oder zu wenig düngen
Rosen sind Starkzehrer. Düngen Sie ab April regelmäßig mit Rosendünger — hören Sie im August auf, damit die Pflanze in die Ruhephase gehen kann.
Blätter nass gießen
Gießen Sie das Wasser auf den Boden, nicht auf die Blätter. Nasse Blätter sind ein Nährboden für Mehltau und schwarze Flecken.
Krankes Blatt hängen lassen
Entfernen Sie befallene Blätter sofort und werfen Sie sie in den Müll — nicht auf den Kompost. So verhindern Sie die Ausbreitung.
Nicht nach der Blüte schneiden
"Schnitt fördert Blüte." Entfernen Sie nach jeder Blüte verwelkte Blüten, um neue Knospen zu fördern.
Keine Frostschutzmaßnahmen
Bedecken Sie den Okulationspunkt vor dem ersten Nachtfrost mit mindestens 15 cm lockerer Erde. Kletterrosen zusätzlich mit Jute einpacken.
Rosenjahr
Monatskalender
Was macht man wann? Ein Überblick für das ganze Jahr.
Rost. Überprüfen Sie den Frostschutz. Bestellen Sie jetzt schon neue Rosen für die Pflanzsaison.
Frühjahrsschnitt, sobald kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist (Mitte Februar bis März). Abdeckmaterial entfernen. Erste Düngergabe durchführen.
Die Kahlwurzelsaison ist in vollem Gange. Pflanzen Sie neue Rosen. Die ersten Triebe erscheinen – schützen Sie sie vor spätem Nachtfrost.
Wachstum mit Rosendünger fördern. Auf Blattläuse kontrollieren. Bei Trockenheit gießen.
Erste Blüte! Entfernen Sie verblühte Blumen. Blattläuse aktiv – mit Wasser besprühen oder natürliche Bekämpfungsmittel verwenden.
Zweite Blütewelle nach dem Sommerschnitt. Weiter düngen. Trockenes Wetter: täglich Wasser an die Wurzel geben.
Hitzestress: Morgens gießen. Rambler-Rosen nach der Blüte schneiden. Letzte Düngung im Sommer anwenden.
Hören Sie mit stickstoffreicher Düngung auf. Die dritte Blüte steht bevor. Überprüfen Sie bei nassem Wetter auf Pilzkrankheiten.
Herbstblüte. Bestellen Sie wurzelnackte Rosen für die Herbstpflanzung. Die Pflanzsaison beginnt Mitte September.
Neue Rosen pflanzen. Herbstschnitt: bis zur Kniehöhe zurückschneiden. Gefallenes Laub entfernen (zur Vermeidung von Krankheitsverbreitung).
Beste Pflanzmonat für wurzelnackte Rosen. Decken Sie den Okulationspunkt bei drohendem Frost mit 15 cm Erde ab.
Rost und Frostschutz überprüfen. Kletterrosen bei strengem Frost mit Jute einpacken. Pläne für die nächste Saison machen.
Krankheiten & Schädlinge
Erkennen & angehen
Vorbeugen ist immer besser als heilen. Gesunde Pflanzen in einem abwechslungsreichen Garten sind die beste Verteidigung.
Schimmelkrankheiten
Mehltau
Erkennung: Weißer/grauer puderartiger Belag auf Blättern und Knospen.
Ursache: Schlechte Luftzirkulation, wechselhaft feucht-trockenes Wetter.
Vorgehen: Befallene Blätter entfernen. Mit Natriumbicarbonatlösung besprühen oder ein Fungizid verwenden.
Schwarzer Fleckenkrankheit
Erkennung: Dunkle, sternförmige Flecken auf den Blättern – Blätter fallen früh ab.
Ursache: Sporen verbreiten sich über Regenwasser auf den Blättern.
Vorgehen: Gießen Sie den Boden. Entfernen Sie befallene Blätter (nicht kompostieren). Verwenden Sie vorbeugend ein Kupferpräparat.
Rost
Erkennung: Gelb-orange Flecken auf der Blattoberseite, orange/braune Sporenlager auf der Unterseite.
Ursache: Hohe Luftfeuchtigkeit und kühles Wetter.
Vorgehen: Befallene Blätter entfernen. Fungizid anwenden. Gute Luftzirkulation sorgt für Vorbeugung.
Insekten & Schädlinge
Blattläuse
Erkennung: Grüne oder schwarze Läuse an jungen Trieben und Knospen.
Vorgehen: Stark mit dem Gartenschlauch abspritzen. Pflanzen Sie Lavendel, Allium oder Geranien in der Nähe – sie ziehen natürliche Feinde an (Marienkäfer, Florfliegen). Bei starkem Befall: Verwenden Sie ein Insektizid auf Pyrethrin-Basis.
Spinnmilben
Erkennung: Feines Spinnennetz auf dem Blatt, gelb gesprenkeltes Blatt, silbriger Glanz.
Vorgehen: Regelmäßig besprühen – Spinnmilben mögen keine feuchten Blätter. Bei starkem Befall: ein mittel gegen Spinnmilben (Akarizid) verwenden.
Rosenkäfer & Raupen
Rosenkäfer: Entfernen Sie sie von Hand – morgens sind sie träge. Bei starkem Befall verwenden Sie ein Insektizid.
Raupen: Entfernen Sie sie manuell oder verwenden Sie ein biologisches Mittel auf Basis von Bacillus thuringiensis (Bt).
Pflanzen Sie Schnittlauch, Knoblauch, Lauch oder Lavendel rund um Ihre Rosen. Sie ziehen Marienkäfer und Florfliegen an, die Blattläuse fressen. Gießen Sie das Wasser auf den Boden, niemals über die Blätter. Gesunde, kräftige Pflanzen – gut gepflanzt, gut genährt – sind von Natur aus widerstandsfähiger.
Noch eine Frage?
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